Blog-Artikel 6, "Mit dem ersten Schritt fängt alles an" 

Hi zusammen, 


heute habe ich mal meine Stein-Türme durchgezählt. Seit ich mit dem bauen begonnen habe, sind einige dazugekommen. Ich habe sie nicht gezählt, weil ich ein bestimmtes Ziel habe, sondern weil ich wissen wollte, wie viele es schon sind, die sich da auf diesem Weg tummeln. 

Ich kam auf ganze 73 Stück und war dann doch sehr überrascht, wie viele es in so kurzer Zeit werden konnten.

Mit einem Impuls einen Turm zu bauen hat alles angefangen und nun stehen so viele Türme und erfreuen mein Herz und mein Auge. 

Dies mag für manch einen nichts bedeuten. "Es sind ja nur ein paar Steintürme die in der Landschaft herumstehen." Und das ist ja auch so.

Aber der Prozess, der hier vorgegangen ist, finde ich doch recht bemerkenswert. 


Ich fing aus einem Impuls heraus an, einen Steinturm zu bauen und fand ihn schön. Weil es mir so gut getan hat und ich das so gerne tue, habe ich den zweiten gebaut. Ich spürte die Freude beim bauen und ich dachte mir, wieso nicht noch einen bauen? Und so weiter. Nie hatte ich ein Ziel vor Augen, nie wollte ich die Zahl 73 erreichen. Ich hatte einfach Freude daran, was ich tat und tat es aus diesem einen Grund weiter. 

Ist das nicht wunderbar? Es nahm mir keine Energie, es gab mir Energie. Ich brauchte mich nicht anzustrengen. Weil es mir Freude machte, fiel es mir leicht. 

Ich freue mich dahin zu gehen und lasse es mir offen, ob ich neue Türme bauen, welche wieder aufbauen oder nur durchgehen und schauen will. Es ist egal, denn die Freude spüre ich immer, ob ich etwas verändere oder nicht. 


Für die ganze Landschaft hat es nur etwas gebraucht. Nämlich den ersten Schritt zu tun. 

Mich nicht von meinen Gedanken und Befürchtungen abhalten zu lassen, die eventuell auftauchen. Ich hätte auch denken können, "Ach was, das ist doch nur Kinderei," oder "Was sollen die Leute denken, wenn sie mich sehen? Oder, "Was soll das bringen, hier Steintürme zu bauen, die werden doch wieder umfallen." Oder "In dieser Zeit könnte ich etwas "Vernünftiges" tun."


Doch ich habe nur den Impuls gespürt und ihm nachgegeben. Ich denke ernsthaft, so baut man auch gute Ideen aus, die später ganz gross werden. In dem man seinen Eingebungen folgt und einfach in Freude weiterfährt, kommt eins zum anderen und plötzlich, wenn man aufschaut steht etwas ganz grosses und tolles da. Vielleicht ist es anderen nicht viel wert, aber man selbst ist daran gewachsen, hat Freude gewonnen und Energie daraus geschöpft. Es muss nicht immer mit einem Verdienst zusammen hängen. Man kann erschaffen, ganz ohne eine Absicht, damit Geld zu verdienen. Es geht nur darum es zu erschaffen und hat Freude daran. 

Alles beginnt mit einem ersten Schritt. Auch damit anzufangen, persönliche Freuden genauso hoch zu schätzen, wie etwas das Geld einbringt. Den Fokus auf das wirklich Wesentliche zu legen, beginnt mit dem ersten Mal, bei dem man entdeckt: Es gibt noch Anderes auf der Welt, das mir Freude macht und ich beginne heute damit, es zu verwirklichen. 

Jedes, auch das grösste Gebäude hat einmal mit dem ersten Stein begonnen. Also ist dieser erste Stein doch genau so wertvoll wie das ganze Gebäude, das ohne diesen ersten Stein gar nicht stehen würde. 

Warum erst Freude haben, wenn das Gebäude steht? Jeder Schritt ist wichtig, denn das Ziel ist nicht zu erreichen, wenn man den ersten Schritt nicht tut, weil man ihn so klein und wertlos findet. 

Warum soll ich denken, ach ich bin noch nicht gut, ich habe erst angefangen. Alle anderen sind schon viel weiter und besser, wie ich. Oder, das ist doch nichts wert, das bringt doch nie was. 

Ich denke lieber, Wow, ich habe einen Steinturm erschaffen, Der ist schön! Und dann plötzlich: Ich habe 73 Steintürme erschaffen, aus einem einzigen Stein! Ist das nicht grossartig? Und ich denke nicht an die Zukunft oder ein Ziel, denn: 

Wenn morgen der Weg mit all diesen Steinen weg wäre, hätte ich doch noch immer die Freude in mir, die ich beim bauen und beim schauen hatte. Und ich wäre nicht enttäuscht, weil ich ein Ziel nicht erreicht habe, weil ich keins damit verfolgt habe. 

Und ich bin der Meinung, dass das zählt. Am Schluss bleibt das was ich im Herzen trage übrig. Ob ich ein erfülltes glückliches Leben gelebt habe und ob ich mich getraut habe, den ersten Schritt dahin zu tun. 


Alles Liebe

Eure Sabine Wunderli 



Kommentar schreiben

Kommentare: 0