Blog-Artikel 5 "Wenn etwas zusammenfällt" 

Hi alle zusammen, 

 

es ist mir eine Freude, dass ihr auch diesen Artikel von mir lest. Denn er liegt mir ganz besonders am Herzen. 

Es fiel mir ein darüber zu schreiben, als ich heute Morgen nach dem gestrigen Regen über meinen Steinturm-Weg gegangen bin und ich einen besonderen Turm zusammengebrochen da liegen sah. Ich hatte den Impuls ihn wieder aufzurichten und dabei fiel mir das Thema zu diesem Blog-Artikel ein. Weil ich schon so oft eingestürzte Türme wieder aufbaute und am Anfang dabei viele Fehler und Erfahrungen machte, die ich gerne weiter gebe. 

 

Wenn also etwas im Leben zusammen bricht, sei es eine Beziehung, eine Firma, ein Haus oder ein Plan, der nicht funktioniert hat. Eigentlich ist es völlig egal um was es sich dabei handelt, ist man versucht es als Versagen seinerseits oder Anderer anzusehen. Weil man dies tut, kann Scham, Wut usw. dazukommen. Aus diesem Gefühl heraus kann ein "Jetzt erst recht!" entstehen und man versammelt alle Kräfte und versucht es noch einmal. Baut alles wieder auf, fängt von ganz vorne an und macht den ganzen Weg genau so noch einmal. Das ist sehr mutig aber auch auf eine Art verzweifelt.

Es geht dann nicht um den Lernprozess. Es geht nur darum, nicht als Versager dazustehen, den Makel aus seiner Biografie zu tilgen. Es geht darum sich und allen anderen zu zeigen, dass man doch dazu fähig ist. Und wie gesagt es spielt keine Rolle, ob es eine Beziehung ist, die man noch mal versucht zu leben,, oder ob man gleich eine neue Beziehung eingeht. Ob man ein eingestürztes Gebäude wieder aufbaut, oder eine neue Firma gründet, nachdem die erste konkurs gegangen ist. 

Es ist egal, Wenn es dir nur darum geht es einfach wieder aufzubauen, solltest du es bleiben lassen. Es wird wieder nicht funktionieren. 

Warum? Ich stecke doch doppelt so viel Energie herein, ich gebe mir alle Mühe und ich arbeite so schnell und hart wie ich kann! Warum sollte es nicht funktionieren?

Es gibt einen wunderbaren Spruch von Albert Einstein, der den Grund sehr gut umschreibt:   "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Selbe zu tun und ein anderes Resultat zu erwarten." 

 

Das heisst nichts anderes, als wenn ich nun den Steinturm einfach nur wieder genau gleich aufgebaut hätte, einfach damit er wieder steht wie vorher, müsste ich auch wissen, dass er beim nächsten Regen wieder in sich zusammen fällt. Eine andere Erwartung wäre Wahnsinn. 

 

Ich stimme hier Albert Einstein völlig zu. Es muss etwas in der Bauweise gegeben haben, das nicht funktioniert hat und dieser selbe Fehler würde den Turm wieder einstürzen lassen.

Es geht auch gar nicht darum einfach das gleiche immer wieder zu tun. Es geht darum, das Selbe besser, stabiler, wenn nötig an einem anderen Ort zu tun. Es kann auch heissen, erst in sich aufzuräumen und dann etwas ANDERES zu tun. Es gilt in sich hinein zu horchen, während man die Trümmer anschaut und sich fragt, was war der Fehler. Ist es wirklich mein Weg, was war meine Motivation dies zu machen? War es etwas aus mir heraus, oder etwas das ich für mein Ansehen aufgebaut, oder getan habe. Hat es mir Freude gemacht? Wenn nicht, warum nicht? Wenn ich Freude daran hatte, was hat dann nicht funktioniert. Gibt es bessere Steine, die stabiler sind, die ich nehmen könnte? Lag es auch am Untergrund, auf dem ich gebaut habe? Wäre ein anderer Untergrund besser? 

Euch fällt vielleicht auf, dass es auf diese Art, nicht einen einzigen Selbstvorwurf oder Vorwurf an Andere gab. 

Hier geht es um Entwicklung und um Fortschritt. Darum Erfahrungen machen zu dürfen, ohne jemandem oder sich selbst Schuld zu geben. Es ist gar keine Schuldfrage vorhanden. 

Es geht darum inne zu halten und ETWAS ZU ÄNDERN! Es kann auch sein, dass man das Ganze für Andere getan hat und das eigene Ding noch gar nicht verwirklicht hat, weil man damit beschäftigt war, Erwartungen von Aussen zu erfüllen. Auch dann kann alles einstürzen, weil es uns zeigen will, dass wir komplett auf dem falschen Weg sind. 

Wenn man sich Zeit nimmt, wird man die Gründe finden und sie ändern können. Man wird sehr schnell sehen, dass es keinen Sinn macht, alles einfach noch mal genau gleich zu machen. Das darf man natürlich probieren. Es ist immer Deine Entscheidung. Du darfst so viele Runden drehen, wie du möchtest und brauchst. Doch schlussendlich wirst du genug davon haben und etwas ändern wollen. 

Dann können schönere, stabilere und echtere Dinge, Beziehungen usw. entstehen wie vorher. Und du wirst dich vor allem glücklicher, ausgeglichener und erfüllter fühlen. 

 

Alles Liebe

Eure Sabine Wunderli 


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Kommentare: 1
  • #1

    Erika Johler (Sonntag, 16 August 2015 12:24)

    Ich finde diesen Artikel sehr inspirierend für mich! Er zeigt mich sehr viel im Spiegel meines Lebens! Das Sehen und erkennen ist das eine! Die beiden Weltregenten Angst und Ei-fer-sucht holen mich dann aber immer wieder ein. Ich verstehe die Ur-Sprünge dieser beiden Wandergefährten sehr gut. Nur mit Liebe und Mit-Gefühl kann man mit diese Wandergefährten frohgemut weiter wandern, ohne Blasen an den Füssen, die uns am weiterlaufen hindern